Wer einen Dokumentenstapel mit einem automatischen Dokumenteneinzug (ADE) scannt, bekommt zwei Dateien statt einer: im ersten Lauf alle Vorderseiten, im zweiten alle Rückseiten. Die meisten Online-Dienste verstehen diese Struktur nicht. Der Duplex-Scan-Organizer in pdfredX löst genau das — vollständig im Browser, ohne dass Ihre Dateien das Gerät verlassen.
Schritt 01. Dateien laden
Öffnen Sie pdfredX und ziehen Sie beide PDF-Dateien in den Upload-Bereich — oder wählen Sie sie über den Datei-Dialog. Laden Sie die Dateien in der richtigen Reihenfolge: zuerst Vorderseiten (ungerade Seiten, Stapel face-up), dann Rückseiten (gerade Seiten, umgekehrter Stapel). Die Reihenfolge ist entscheidend: Sie legt fest, welche Datei der Algorithmus als Ausgangspunkt verwendet.
Nach dem Upload zeigt die Galerie sofort eine Farbmarkierung: eine grüne Leiste auf Karten kennzeichnet Vorderseiten, eine blaue Rückseiten. Das ist kein Designelement, sondern spiegelt die internen Schlüssel pdfSrcKey: 'duplex:front:...' und 'duplex:back:...' im items[]-Array wider — exakt die Schlüssel, die der Verschachtelungsalgorithmus beim Zusammenführen liest. Sind die Farben vertauscht, wurden die Dateien in falscher Reihenfolge geladen: einfach entfernen und neu hochladen.
Schritt 02. Duplex-Modus konfigurieren
Klicken Sie auf die Schaltfläche „Duplex-Scan" in der Werkzeugleiste. Das öffnet das Seitenpanel #DM mit drei Steuerelementen.
Dateizuweisung. Zwei Dropdown-Menüs: Vorderseite und Rückseite. Wurden die Dateien in der richtigen Reihenfolge geladen, ist die Zuweisung bereits automatisch korrekt gesetzt. Falls nicht — manuell korrigieren, das dauert fünf Sekunden.
Rückseite umkehren (dmReverseBack). Der wichtigste Schalter. Die meisten ADE-Scanner kehren den Papierstapel nach dem ersten Lauf um — die Rückseiten werden in umgekehrter Reihenfolge gescannt: das letzte Blatt kommt zuerst heraus. Ohne diese Korrektur bricht die Verschachtelung: Vorne₁ → Hinten₅ → Vorne₂ → Hinten₄ statt Vorne₁ → Hinten₁ → Vorne₂ → Hinten₂.
Mit aktivierter Umkehrung liest der Algorithmus das Rückseiten-Array von rechts nach links: Index backLen - 1 - i statt i. Mathematisch eine einzige Zeile — aber der Unterschied zwischen einem unlesbaren Dokument und der richtigen Seitenfolge. Ob Ihr Scanner diesen Schalter benötigt: Aktivieren Sie ihn und scrollen Sie durch die Galerievorschau. Ist Seite 2 jetzt die Rückseite von Seite 1 — perfekt. Falls nicht — Schalter deaktivieren.
Live-Vorschau der Seitenreihenfolge. Die Galerie aktualisiert die Kartenreihenfolge in Echtzeit bei jeder Einstellungsänderung. Sie können alle Seiten durchscrollen und die Verschachtelung prüfen, bevor Sie die endgültige Zusammenführung anstoßen.
Schritt 03. Zusammenführen und exportieren
Klicken Sie auf „Anwenden". Der Algorithmus baut das items[]-Array in Millisekunden neu auf — reine Index-Umsortierung, kein erneutes Rendern. Die Galerie zeigt sofort die finale Reihenfolge: Vorne₁ / Hinten₁ / Vorne₂ / Hinten₂ / ...
Direktstart über die Feature-Seite. Sind Sie über die Duplex-Scan-Landingpage zu pdfredX gekommen, hat der Browser bereits einen Schritt für Sie erledigt. js/features-landing.js schreibt openTool=duplex in den sessionStorage und leitet zur Hauptseite weiter. Beim Laden liest die Anwendung diesen Parameter und öffnet automatisch das Duplex-Panel — ohne Suche in der Werkzeugleiste. Einfach Dateien hineinziehen und den Umkehr-Schalter einstellen.
Export. Klicken Sie auf „PDF herunterladen". jsPDF 2.5.1 iteriert über das neu sortierte items[]-Array: Pro Seite wird addImage(editUrl, ...) aufgerufen, die A4-Ausrichtung wird automatisch aus den Bildproportionen ermittelt. Die Datei wird vollständig im Browserspeicher zusammengestellt und direkt heruntergeladen — kein Server-Upload, keine Warteschlange, kein Warten auf eine externe Antwort.
So funktioniert es unter der Haube
Jedes hochgeladene PDF wird seitenweise durch PDF.js 3.11.174 gerendert. Jede Seite wird als gerasterte dataURL im Canvas gespeichert und ins items[]-Array mit Quellschlüssel eingetragen. Zwei PDFs erzeugen zwei getrennte Arrays mit unterschiedlichen pdfSrcKey-Werten.
Bei der Duplex-Zusammenführung wird nichts neu gerendert. Der Algorithmus baut ein neues Index-Array: abwechselnd items[i] aus dem Vorderseiten-Array und items[j] aus dem Rückseiten-Array — wobei j = i oder j = backLen - 1 - i je nach dmReverseBack-Flag. Die gesamte Operation ist JavaScript-Array-Manipulation ohne schwere Render-Pipeline. Bei einem 200-seitigen Dokument dauert das unter 100 Millisekunden.
Bekannte Einschränkungen
Nur gerasterte Ausgabe. PDF.js rendert Seiten in Canvas — das Ergebnis sind Rasterbilder, kein Vektor-Text. Text im fertigen PDF lässt sich nicht als Text markieren. Falls Sie eine aktive Textebene benötigen, nutzen Sie danach das OCR-Bereichswerkzeug auf den entsprechenden Seiten.
Performance auf Mobilgeräten. Dokumente mit mehr als 80–100 Seiten rendern auf schwachen Smartphones spürbar langsamer: PDF.js hält jede Seite als ImageData im Speicher. Auf dem Desktop ist das kaum merklich.
Unterschiedliche Scan-Auflösungen. Wurden Vorder- und Rückseiten mit unterschiedlichem DPI oder in verschiedener Ausrichtung gescannt, funktioniert die Verschachtelung korrekt — aber das Ergebnis wirkt optisch inkonsistent. Korrigieren Sie die Ausrichtung mit dem Drehen-Werkzeug vor der Duplex-Zusammenführung.
Browserspeicher-Limit. Praktische Obergrenze: etwa 200–300 Seiten pro Tab, je nach verfügbarem RAM. Darüber hinaus beginnt Chrome den Cache auszulagern, was das erneute Rendern verlangsamt.
Wenn Sie ein Buch im Aufklapp-Modus gescannt haben — jede Seite enthält zwei Blätter — ist das ein anderer Arbeitsablauf. Dafür gibt es eine separate Anleitung: PDF-Buchseiten aus Doppelseiten aufteilen.
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